Nürnberg Falcons mit Sensations-Comeback beim Auswärtssieg in Hagen

Nürnberg Falcons mit Sensations-Comeback beim Auswärtssieg in Hagen

Nürnberg/Hagen – Den Nürnberg Falcons ist am 12. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA ein nicht mehr für möglich gehaltener Auswärtssieg bei Phoenix Hagen gelungen. Nach einem zwischenzeitlichen 21 Punkte-Rückstand, kämpfte sich das Team von Coach Ralph Junge zurück in die Partie, glich aus und hatte in Malo Valérien den Mann des Abends in seinen Reihen. Er traf im Schlussabschnitt vier Dreier und war letztlich Garant des sensationellen 79:87 (49:37) der Falcons beim Tabellenvierten der ProA.

Getreu dem Motto „Never change a winning Team“ begannen die Nürnberg Falcons wie schon letzte Woche mit Virgil Matthews, Mardracus Wade, Marvin Omuvwie, Dan Oppland und Jonathan Maier. Und diese Fünf machten in der Anfangsphase einen guten Job. Viel lief über Dan Oppland, der die ersten Punkte der Partie erzielte (0:2). Nach dem 7:4 für Phoenix Hagen, war es Virgil Matthews, der von außen ausglich, gefolgt von vier schnellen Punkten durch Oppland (7:11). Wenig später musste Matthews dann aber verletzt in die Kabine, wodurch die Ordnung im Nürnberger Spiel sichtlich nachließ. Hagen schlug daraus Kapital und übernahm nach und nach die Kontrolle auf dem Feld. Dies schlug sich nach zehn Minuten auch auf das Ergebnis nieder (26:18).

Lebenszeichen der Nürnberg Falcons

Das zweite Viertel begann aus Sicht der Nürnberg Falcons eher suboptimal und ehe man sich versah, betrug der Rückstand auf die Feuervögel 15 Punkte (33:18). Es dauerte vier Minuten, bis Moritz Sanders den ersten Nürnberger Korb aus dem Spiel heraus erzielte (35:23). Die Spieler von Phoenix Hagen taten sich da deutlich leichter, trafen aus der Distanz und in Korbnähe und lagen dreieinhalb Minuten vor der Pause mit 43:27 in Front – ehe Ralph Junge zur Auszeit bat. Was folgte war eine starke Phase und ein deutliches Lebenszeichen der Falcons. Marvin Omuvwie traf zwei wichtige Dreier und Nils Haßfurther versenkte mit dem Buzzer den letzen Wurf zum 49:37-Pausenstand.

Wieder starkes Finish der Nürnberg Falcons

Nach der Halbzeit sahen die Zuschauer dann mehr oder weniger eine Kopie des dritten Viertels. Dies bedeutet auch, dass die Hagener Überlegenheit weiter abnahm, die Führung aber Bestand hatte. Zwar kamen in dieser Phase auch einige Spieler aus der zweiten Reihe der Feuervögel zum Einsatz, die wichtigen Körbe erzielten jedoch überwiegend die Starter Spohr, Herrera und Grof. Die Falcons hielten einmal mehr als Team dagegen – wie immer angeführt vom agilen Dan Oppland. Dieser war erneut eine Bank, konnte aber nicht verhindern, dass die Hausherren Mitte des dritten Viertels auf 21 Punkte davonzogen (68:47). Sein erfolgreiches Dreipunktspiel brachte Nürnberg aber immerhin auf 69:52 heran, bevor Jannik Lodders mit zwei Freiwürfen wieder auf +19 Zähler zu Gunsten von Phoenix Hagen erhöhte. Die Messe war scheinbar gelesen. Dennoch gaben die Falcons auch zum Ende dieses Durchgangs ein spürbares Lebenszeichen von sich – in Person von Malo Valérien und Jonathan Maier – und so ging es „lediglich“ mit einem 15 Punkte-Rückstand in den Schlussabschnitt.

Ausgleich, Führung, Auswärtssieg

Hier machten die Gäste aus Mittelfranken so weiter, wie sie im dritten Viertel aufgehört hatten und erzielten sechs schnelle Punkte (73:62). Und plötzlich wurde es stiller in der Halle am Ischeland. Denn es lief jetzt bei den Falcons und der Rückstand schmolz Punkt um Punkt. Für etwas Luft auf Hagener Seite sorgte dann Alex Herrera mit zwei Körben in Folge. Doch seinen Dunk zum 77:68 konterte Malo Valérien umgehend mit einem schönen Distanzwurf (77:71). In der Folgezeit spielten sich die Falcons dann regelrecht in einen Rausch und so war es erneut Valérien, der Nürnberg viereinhalb Minuten vor Schluss nach einer gefühlten Ewigkeit wieder in Führung brachte (77:79). Jetzt war das oft zitierte Momentum voll und ganz auf der Seite der Falcons. Sie ließen sich weder vom zwischenzeitlichen Ausgleich (79:79), noch der darauffolgenden Hagener Auszeit aus dem Konzept bringen – im Gegenteil. Nils Haßfurther versenkte zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit einen Dreier zum 79:82 – aka Dagger – dem ein weiterer Distanzwurf von Malo Valérien folgte. Es war die endgültige Entscheidung. Am Ende gewannen die Nürnberg Falcons mit 79:87 und beendeten damit eine ganze Reihe von Negativ-Serien. So war es der erste Auswärtssieg der Saison, das erste Spiel in denen ihnen 80 Punkte oder mehr gelangen und das erste Mal in dieser Spielzeit, dass sie zwei Spiele hintereinander gewinnen konnten.

Ralph Junge freute sich ausgelassen mit seinen Spielern, fand dann aber schnell die gewohnt passenden Worte: „Es war eines dieser Spiele, deren Verlauf man sich nicht erklären kann. Wir haben uns nie aufgegeben und an unsere Chance geglaubt. Nach Marvin in der letzten Woche, ist heute Malo über sich hinausgewachsen und hat uns in der Schlussphase zu diesem Sieg getragen. Man hat gesehen, wie schnell es gehen kann – egal in welche Richtung. Wir sind überglücklich.“

Der vierte Saisonsieg der Nürnberg Falcons ist damit perfekt. Am kommenden Wochenende empfängt das Team von Coach Ralph Junge die Crailsheim Merlins. Die Partie findet am Samstag, den 9. Dezember 2017 statt. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, bei www.ticketmaster.de und an der Abendkasse.

Punkteverteilung Nürnberg Falcons BC: Oppland 21 Pts., Valérien 18 Pts., Maier 12 Pts., Haßfurther 9 Pts., Wade 8 Pts., Sanders 7 Pts., Omuvwie 6 Pts., Matthews & Girard je 3 Pts., Meredith 0 Pts.

Key-Stats Nürnberg Falcons BC: Offensiv-Rebounds 16 (+8), Defensiv-Rebounds 23 (+1), Assists 23 (-4), Steals 3 (-2), Turnover 14 (-1), Blocks 1 (-1), Fouls 20 (+4)

Die ausführlichen Stats gibt es hier.

(Foto by Sportfoto Zink)