Nürnberg Falcons verkaufen sich teuer bei Niederlage in Hanau

Nürnberg Falcons verkaufen sich teuer bei Niederlage in Hanau

Nürnberg – Der jüngste Doppelspieltag in der 2. Basketball-Bundesliga ProA endete für die Nürnberg Falcons mit einer Auswärtsniederlage. Bei den HEBEISEN WHITE WINGS Hanau verlor die Mannschaft von Head Coach Ralph Junge nach einer packenden Schlussphase mit 79:75 (43:34). Nach einem guten Start fehlte den Mittelfranken in der Folge das Glück des Tüchtigen bei den Distanzwürfen, die dann erst im letzten Viertel fallen sollten. Die Chancen, die Partie zu gewinnen waren da, konnten aber am Ende nicht genutzt werden. Die mitgereisten Fans waren dennoch stolz auf ihre Mannschaft, die zu keiner Minute aufsteckte und dem Tabellenachten der ProA über 40 Minuten einen echten Kampf bot.

Die Falcons begannen gut, hochkonzentriert und mit tollem Team-Basketball. Virgil Matthews setzte Robert Oehle herrlich in Szene, der unbedrängt zum 2:6 nach zwei Spielminuten stopfen konnte. Nürnbergs Nummer 13 war auch für das 3:9 verantwortlich. Hanau antwortete mit neun Punkten in Folge und Ralph Junge entschied sich früh für eine Auszeit (12:9). Schon der nächste Nürnberger Angriff war von Erfolg gekrönt, als Kapitän Basti Schröder sehenswert zum Korb zog und auf 12:11 verkürzte. Doch die White Wings nahmen in der Folgezeit mehrfach aus der Distanz Maß und erhöhten wieder auf sieben Punkte (18:11). Die Falcons ließen derweil etliche Chancen ungenutzt, hatten aber durch Malo Valérien eineinhalb Minuten vor dem Ende des ersten Viertels nochmal ein Erfolgserlebnis (18:13). Hanaus Führung blieb aber auch nach zehn Spielminuten bestehen (20:16).

Viel geboten im zweiten Viertel

Mit zwei schnellen Körben durch Jonathan Maier und Van Girard startete Nürnberg ins zweite Viertel (20:20), Christian von Fintel brachte Hanau kurze Zeit später jedoch mit einem Dreier wieder in 23:20 in Front. In dieser Phase gab Ralph Junge gab den Bankspielern viel Spielzeit. Was auffiel war, dass die Falcons auch gegen die White Wings Probleme aus der Distanz hatten. Immerhin klappte es mit den Dreipunktspielen und so konnten die Falcons durch Mardracus Wade auf 25:23 verkürzen. Jedoch schienen die Hausherren in Halbzeit 1 stets die richtige Antwort parat zu haben. So blieb es bei einer Führung der Hessen, die nach 16 Spielminuten auf acht Zähler wuch (36:28). Nach einer erneuten Auszeit der Falcons, verkürzte Virgil Matthews den Rückstand wieder auf sechs Punkte (36:30) und wenig später flog einmal mehr Marvin Omuvwie ein und dunkte zum 38:32. Doch auch Hanau hatte Spieler mit Sprungkraft auf dem Feld und so donnerte Adom Jacko im Gegenzug den Ball zur 40:32-Führung in den Nürnberger Korb. Zur Pause lag die Mannschaft von Simon Cote 43:34 vorne.

Nürnberg Falcons bleiben dran

Würden nach dem Seitenwechsel nun endlich die Nürnberger Dreier fallen? Was zuerst einmal fiel, waren das 45 und das 47 zu 36 zu Gunsten der Hausherren – jeweils begünstigt durch einen Ballverlust der Falcons. Im weiteren Verlauf wuchs der Vorsprung der White Wings nach einem Dreier von Christian von Fintel erstmals auf zehn Zähler an (52:42). Während die Hanauer Fans bereits die Vorentscheidung vermuteten, gab Nürnberg auf den Rängen und auf dem Feld noch einmal alles – mit Erfolg. Angeführt von Virgil Matthews und Nils Haßfurther zauberten die Falcons einen 9:0-Lauf auf das Parkett und kamen durch Dan Oppland zweieinhalb Minuten vor Ende des dritten Viertels gar auf einen Punkt heran (52:51). Der Ausgleich gelang jedoch nicht und Hanau konnte in der Folgezeit wieder auf 56:51 erhöhen.

Dreier fallen, leider zu spät

Die Dreier 11 und 12 auf Seiten der White Wings eröffneten den Schlussabschnitt (62:51). Ein Fehlstart für Nürnberg, doch davon ließ man sich nicht unterkriegen, sondern traf in Person von Virgil Matthews den ersten Dreier des Abends zum 62:54. Es war wie eine Erlösung für die tapfer kämpfenden Mittelfranken, bei denen nun der Knoten geplatzt schien. Die Falcons waren zurück im Geschäft und kamen nach 35 Spielminuten wieder in unmittelbare Schlagdistanz (67:65). Hanau schien beeindruckt, traf nicht mehr so sicher wie zuvor, hatte mit Chase Adams aber den überragenden Spieler des Abends auf dem Feld, der immer zur Stelle war, wenn ein Korb gebraucht wurde. 23 Punkte gingen auf das Konto des US-Amerikaners. Und als er einmal nicht traf, war Adom Jacko mit dem Offensiv-Rebound und dem einfach Layup zur Stelle (72:67). Es war ein Korb, der wehtat, weil Nürnberg jetzt die bessere Mannschaft war und sich auf dem besten Wege befand, die Partie zu kippen. Doch das Spiel war noch nicht entschieden und Robert Oehle konnte wenig später nach einer Auszeit wieder auf 72:69 verkürzen. Näher sollten die Falcons an diesem Abend aber nicht mehr herankommen, da in der Folgezeit mehrere Chancen ungenutzt blieben und Hanau an der Freiwurflinie cool agierte. So setzte sich der Tabellenachte am Ende mit 79:75 durch – für die Falcons eine sehr unglückliche Niederlage, die mit etwas mehr Glück und Zielwasser wohl vermeidbar gewesen wäre.

Nächstes Heimspiel gegen Hamburg

Das sah auch Ralph Junge so: „Wir haben heute gut begonnen und mit viel Herz und Einsatz gespielt. Auch ohne Dreier sind wir im Spiel geblieben und hatten durchaus Chancen, Hanau in eigener Halle zu überraschen. Dass es schlussendlich nicht so gekommen ist, ist schade, auch da wir von unseren Fans einmal mehr grandios unterstützt wurden. Wir nehmen hier viel Positives mit, müssen aber auch weiter an uns arbeiten und manchmal einfach in manchen Phase ruhiger und konzentrierter zur Sache gehen.“ Am kommenden Wochenende empfangen die Nürnberg Falcons die Hamburg Towers im BBZ. Tip-off zum Duell mit dem Tabellenelften ist am Samstag, den 10. März um 19.30 Uhr.

Punkteverteilung Nürnberg Falcons BC: Oppland 18 Pts., Oehle 13 Pts., Matthews 12 Pts., Omuvwie 9 Pts., Haßfurther 8 Pts., Wade 7 Pts., Valérien, Maier, Schröder & Girard je 2 Pts.

Key-Stats Nürnberg Falcons: Offensiv-Rebounds 15 (+9), Defensiv-Rebounds 22 (+/- 0), Assists 14 (-6), Steals 6 (-1), Turnover 13 (-2), Blocks 3 (+/- 0), Fouls 22 (-1)

Die ausführlichen Stats gibt es hier.