Nürnberg Falcons verpassen Heimsieg gegen Hamburg Towers

Nürnberg Falcons verpassen Heimsieg gegen Hamburg Towers

Nürnberg – ProA-Ligist Nürnberg Falcons BC hat sein gestriges Heimspiel gegen die Hamburg Towers äußerst unglücklich mit 76:83 (41:31) verloren. Dabei zeigte die Mannschaft von Coach Ralph Junge vor allem in Halbzeit 1 eine starke Leistung, ließ die Gäste aus dem Norden nach dem Seitenwechsel aber mehr und mehr ins Spiel kommen. In einer spannenden Schlussphase, in der Nürnberg ohne Routinier Virgil Matthews aus kommen musste, kippte dann die Partie endgültig und die Hanseaten entführten zwei wichtige Punkte aus Mittelfranken.

Beide Mannschaften gingen ersatzgeschwächt in diesen Nord-Süd-Gipfel. Während die Towers ohne etatmäßigen Aufbauspieler anreisten, fehlten bei den Falcons Mardracus Wade, Ben Gahlert und Malo Valérien. Letzterer wird aufgrund eines Ermüdungsbruches den Rest der Saison ausfallen. So übernahmen andere Verantwortung, wie beispielsweise Nils Haßfurther, der gemeinsam mit Virgil Matthews, Sebastian Schröder, Dan Oppland und Robert Oehle startete. Die Hausherren kamen gut in die Partie und gingen schnell mit 6:0 in Führung. Der Ex-Nürnberger Enosch Wolf erzielte dann die ersten Towers-Punkte (6:2) an diesem Abend. In der Folgezeit punkteten die Falcons dann streckenweise nach Belieben und präsentierten sich an beiden Ende des Feldes als Team. Und so machte Ralph Junge aus der Personalnot eine Jugend und brachte zu einem frühen Zeitpunkt Manuel Feuerpfeil auf´s Feld. Dieser fügte sich nahtlos ein und Nürnberg führte nach zehn Spielminuten mit 24:14.

Halbzeit 2 ohne Virgil Matthews

In Viertel 2 taten sich beide Mannschaften schwer, den Ball im gegnerischen Korb unterzubringen und so verlief dieser Durchgang weniger punktereich als das Anfangsviertel. Der guten Stimmung im BBZ tat dieser Umstand aber keinen Abbruch und 819 Zuschauer sahen auch weiterhin ein packendes, aber nicht immer hochklassiges Basketball-Spiel, in dem Nürnberg auch zur Pause mit zehn Zählern führte (41:31), nachdem Rene Kindzeka mit dem Buzzer per Notdreier erfolgreich war. Nach dem Seitenwechsel hatten die Towers dann Oberwasser. Ein 10:1-Lauf brachte sie binnen kürzester Zeit in Schlagdistanz (42:41) und nachdem Virgil Matthews sein zweites unsportliches Foul binnen weniger Minuten bekam und das Feld verlassen mussten, verließ das Nürnberger Spiel auch eine gewisse Ordnung und Zielstrebigkeit. Einzelaktionen waren die Folge, bei denen die Falcons nicht immer den sichersten Eindruck machten. Die Gäste zogen derweil das Momentum nach und nach auf ihre Seite, hatten mehr Wurfglück als in Halbzeit 1 und fanden Gefallen am Zusammenspielen. So kam es, wie es kommen musste und Adin Vrabac glich Mitte des dritten Viertels per Dreier aus (46:46) – offenes Spiel. In dieser Phase wurde die starke Defense eines Mardracus Wade schmerzlich vermisst; und auch Malo Valériens Treffsicherheit aus der Distanz hätte den Falcons gut zu Gesicht gestanden. 40 Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels konnte Enosch Wolf auf 51:54 erhöhen, Dan Oppland und Jonathan Maier gaben aber die richtige Antwort und Nürnberg lag auch nach 30 Spielminuten noch vorne (55:54) – wenn auch nur knapp.

Nürnberg Falcons kämpfen, hoffen, verlieren

Das Schlussviertel brach an und dieses war an Spannung kaum noch zu überbieten. Jedoch waren es die Norddeutschen, die in dieser entscheidenden Phase das Tempo vorzugeben schienen. Freiwürfe brachten Hamburg sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit mit sechs Zählern in Front (59:65), ehe Nils Haßfurther eiskalt zum 61:65-Anschluss einnetzte. Hamburg agierte in der Folgezeit sehr clever und nutzte die Fehler der Hausherren geschickt aus. Und so wuchs die Führung nach 26 Spielminuten wieder auf sieben Zähler an (65:72). Nürnberg blieb jedoch dran und hatte zwei Minuten vor dem Ende bei eigenem Ballbesitz, die Chance zum Ausgleich (71:74). Die Schiedsrichter entschieden aber auf Offensiv-Foul gegen Robert Oehle und wenig später kam noch ein Technisches hinzu. Hamburg erhöhte so auf 71:76, kassierte aber postwendend den 74:76-Anschluss durch einen Dreier von Sebastian Schröder. Die letzen 60 Sekunden wurden dann zur Nervenschlacht in der jedoch die Norddeutschen das bessere Ende für sich haben sollten und so mit 76:83 gewannen. Damit bleiben die Hanseaten weiter im Rennen und die Playoffs, während die Nürnberg Falcons eine große Chance verpasst haben, endgültig einen Strich unter diese Spielzeit zu machen. In der kommenden Woche geht es nach Crailsheim.

Ralph Junge lobte nach dem Spiel die Leistung seiner Mannschaft: „Ich muss meinen Spielern ein großes Kompliment machen, dafür wie sie heute gekämpft haben. Fehlerfrei spielen über 40 Minuten kann man nicht. Darum nochmal, Respekt an mein Team, vor allem die jungen Spieler. Es ist schade, dass wir am Ende nicht gewinnen dürfen.“

Wizards vs. Vikings

In der Halbzeitpause der gestrigen Partie, waren erneut zwei Teams der Sparkassen Grundschulliga im Einsatz. Die Mannschaften der Wiesen Wizards und Wanderer Vikings zeigten vor den begeisterten Zuschauern ihr Können. „Die Halbzeitspiele erfreuen sich bei den Fans im BBZ sehr großer Beliebtheit. Die Begeisterung, mit der die Kinder zu Werke gehen, ist dabei einfach bemerkenswert. Wir bedanken uns bei der Sparkasse Nürnberg und dem Post SV für diese Bereicherung unserer Heimspiele im Rahmen der #NUEbasketball-Initiative“, so Falcons Pressesprecher Markus Mende.

Punkteverteilung Nürnberg Falcons BC: Oehle & Schröder je 14 Pts., Haßfurther & Oppland je 12 Pts., Maier & Omuvwie je 7 Pts., Feuerpfeil 6 Pts., Meredith & Matthews je 2 Pts., Girard 0 Pts., Wade DNP

Key-Stats Nürnberg Falcons BC: Offensiv-Rebounds 10 (+2), Defensiv-Rebounds 22 (+1), Assists 17 (+8), Steals 10 (+2), Turnover16 (+1), Blocks 3 (+3), Fouls 27 (+2)

Die ausführlichen Stats gibt es hier.