Sensationssieg der Nürnberg Falcons beim Tabellenführer

Sensationssieg der Nürnberg Falcons beim Tabellenführer

Nürnberg/Chemnitz – Nürnberg Falcons schocken Chemnitz. Nach einem verrückten Basketballspiel und zwei Halbzeiten, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können, gewinnen Nürnbergs Basketballer bei den NINERS Chemnitz am Freitagabend mit 95:97 (65:43). Schon Sonntag um 17.00 Uhr geht es weiter mit einem Heimspiel gegen die PS Karlsruhe LIONS. 

Es waren noch fünf Sekunden in der Hartmannhalle zu Chemnitz zu spielen, als Nürnbergs Trainer, Ralph Junge, seine letzte Auszeit nahm. Das Play, das er in dieser aufmalte und seinen Spielern mit auf den Weg gab, sollte sich als goldrichtig erweisen und die schon verloren geglaubte Partie gegen die NINERS endgültig auf den Kopf stellen: Matthew Meredith warf ein, Jackson Kent löste sich von seinem Gegenspieler, passierte mehrere Blöcke seiner Mitspieler und stand plötzlich auf dem linken Flügel völlig frei an der Dreierlinie, warf und traf zum 95:97. Chemnitz hatte keine Auszeit mehr und der Sächsische Notwurf verfehlte sein Ziel. Aus! Jubel! 

Nürnberg Falcons geben nicht auf

Bevor es soweit war, mussten die mitgereisten Fans lange leiden und zittern, denn nach einem sehr punktreichen 1. Viertel (34:23) brachten die Falcons im darauffolgenden Durchgang defensiv kein Bein mehr auf den Boden und gerieten zur Pause mit 65:43 in Rückstand, dem der Ex-Nürnberger Virgil Matthews mit einem Buzzer Beater die Krone aufsetzte. Die Partie schien schon jetzt verloren und es zeichnete sich ein Debakel ab. Doch die Falcons hatten andere Pläne und kämpften sich mit viel Herz und Leidenschaft zurück in die Partie, während bei Chemnitz nach dem Seitenwechsel die Würfe nicht mehr so hochprozentig fielen wir noch in Halbzeit 1. Dank einer fantastischen Teamleistung an beiden Enden des Parketts, konnte der Rückstand noch im dritten Viertel auf unter zehn Punkte gedrückt werden (77:69). Und so war zu Beginn des Schlussviertels die Partie wieder völlig offen, das Momentum aber voll und ganz auf Seiten furiosen Franken. 

Ein Sieg des Kollektivs

Zwar konnte Chemnitz hier schnell wieder auf 12 Punkte erhöhen (81:69), doch die Mannen von Ralph Junge blieben ruhig, suchten immer wieder den besser postieren Mitspieler und erkämpften sich eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich, den Robert Oehle an der Freiwurflinie erzielte (91:91). Die NINERS konterten, doch Nils Haßfurther traf sensationell seinen sechsten Dreier an diesem Abend und Nürnberg war wieder vorne (93:94). Nach einem Korb von Robin Lodders lagen die Hausherren wenige Sekunden vor Schluss 95:94 vorne. Der Rest ist Geschichte und steht für einen der sensationellsten Siege der noch jungen Falken-Geschichte – dank eines Marcell Pongó, der trotz seiner Hüftprellung auf die Zähne biss, eines Ben Gahlert, der immer an den Sieg geglaubt hatte, eines Nils Haßfurther, der perfekt von Downtown blieb und das Spiel in schwierigen Situationen klug lenkte, eines Marvin Omuvwie, der Energie von der Bank brachte und beinahe den Dunk des Jahres vollendete, eines Matthew Meredith, der nicht nur den entscheidenen Pass zum Sieg spielte, eines Jonathan Maier, der mit seinem Hook-Shot zu 34:25 das Comeback einläutete, eines Kapitäns Sebastian Schröder, der da war, als er gebraucht wurde und sein Team zusammenhielt, eines Juwan Parker, der bewies, warum man ihn im Dezember nachverpflichtet hatte, eines Ishmail Wainright, der kämpfte, rackerte und mit 26 Punkten Topscorer der Falcons war, eines Robert Oehle, der die Ruhe bewahrte und in Chemnitz einfach gerne wichtige Spiele gewinnt, eines Jackson Kent, der mehr traf, als nur den Game Winner, eines Vytautas Buzas, der das Team beim gemeinsamen Videoschauen genau gezeigt hatte, was man Chemnitz wegnehmen muss, um dort zu gewinnen, eines Ralph Junge, der aktuell wieder mehr bei potentiellen Partnern vorspricht als in der Halle zu stehen und der das letzte Play perfekt vorgab, und eines ganzen Busses voller Fans, die das Team 40 Minuten lang unterstützten und danach verdient die nächste HUMBA zelebrieren konnten. Die Stats gibt es hier

Schon morgen geht es daheim gegen die PS Karlsruhe LIONS. Tip-off in der Halle am Airport Nürnberg ist um 17.00 Uhr. Nach der Partie findet im Foyer eine „After Game Faschings Party“ statt, bei der jeder, der im Kostüm zum Spiel kommt, ein Freigetränk erhält, das sonst 2 Euro kosten würde.

Punkteverteilung Nürnberg Falcons: Wainright 26 Pts, 11 Rbds., Kent 20 Pts, Haßfurther 18 Pts (6/6 Dreier), Oehle 9 Pts., Parker 6 Pts., Meredith 5 Pts., Maier & Schröder 4 Pts., Omuvwie 3 Pts., Pongó 2 Pts., Gahlert 0 Pts. 

Key-Stats Nürnberg Falcons: Offensiv-Rebounds 6 (+/-0), Defensiv-Rebounds 17 (+2), Assists 19 (-10), Steals 10 (+4), Turnover 18 (+2), Blocks 2 (+1), Fouls 20 (+3)

(Foto by M. Ulmer)