Da war mehr drin: Falcons verlieren in Weißenfels 89:74

Da war mehr drin: Falcons verlieren in Weißenfels 89:74

Nürnberg/Weißenfels – Die Nürnberg Falcons haben ihr Gastspiel beim Mitteldeutschen Basketball Club am Samstagabend verloren. Lange Zeit war die Mannschaft von Coach Ralph Junge mit dem Top-Favoriten auf Augenhöhe und lieferte dem MBC einen harten Kampf. Die Chancen, die zwei Punkte mit nach Nürnberg zu nehmen waren da, doch am Ende setzte sich der MBC mit 89:74 (41:35) durch.

Die Außenseiterrolle in der 2. Basketball-Bundesliga scheint den Nürnberg Falcons zu liegen. Jetzt müssen die Mittelfranken nur noch lernen, mehr daraus zu machen. Die gestrige Partie bei BBL-Absteiger Weißenfels war ein weiterer Schritt in diese Richtung. Ohne den verletzten Acha Njei, dafür mit einem ganzen Reisebus voll mit Fans, trat der Tabellenneunte beim Mitteldeutschen Basketball Club an. Ralph Junges Starting Five bestand aus Diante Watkins, Robert Zinn, Sebastian Schröder, Dan Oppland und Julius Brooks und bot den Wölfen vom Tip-off an Paroli. Unterstützung kam auch in diesem Spiel von den Youngstern Matthew Meredith, Moritz Sanders und Nils Haßfurther und so konnte Nürnberg im ersten Viertel immer wieder erfolgreich Nadelstiche setzten und die Hausherren in Verlegenheit bringen. Mitte des Durchgangs führten die Falken 8:9, bevor der MBC einen 9:0-Lauf hinlegte, der auch von einer Auszeit durch Ralph Junge nicht unterbrochen werden konnte und den Wölfen eine 17:9-Führung bescherte. Nürnbergs Antwort-Run kam postwendend und wurde durch einen schönen Korb von Andre Calvin initiiert. Nach zehn Spielminuten waren die Falcons wieder auf vier Zähler dran (22:18).

Partie nach drei Vierteln noch offen

Den besseren Start ins zweite Viertel erwischte der MBC, bei dem nun Ex-BBL-Spieler Sergio Kerusch übernahm. Er traf nach Belieben und brachte seine Mannschat wieder zweistellig in Front (29:18). Das Momentum schien auf Seiten der Wölfe zu kippen, doch der 16-jährige Matthew Meredith hatte andere Pläne. Er nahm sich von außen ein Herz, traf zum 29:21-Anschluss und setzte so neue Energie im Team und dem Fan-Block frei. Sieben weitere Punkte folgten und Nürnberg war zurück im Geschäft. Die Partie war am Kippen, doch die Falcons leisteten sich in der Folgezeit einige leichtfertige Ballverluste und lagen so zur Pause mit 41:35 hinten. Im dritten Viertel zog Weißenfels dann das Tempo an. Routinier Marcus Hatten erzielte acht Punkte in diesem Durchgang. Die Falcons hielten als Mannschaft dagegen und ließen sich auch durch einen 15 Punkte-Rückstand zum Ende des Viertels nicht entmutigen – im Gegenteil: Diante Watkins traf mit dem Buzzer von außen zum 64:52-Anschluss und auch Wölfe-Trainer Jovovic merkte, dass diese Partie noch nicht entschieden war.

Falcons geben sich nicht geschlagen

Das Schlussviertel hatte für die Fans in der Stadthalle zu Weißenfels einen sehr hohen Unterhaltungswert. Beide Mannschaften begegneten sich mit offenem Visier und die Falcons machten zu keiner Sekunde den Eindruck, dass sie diese Partie bereits aufgegeben hätten. Nach einem erfolgreichen Dreier durch Nils Haßfurther und einem schönen Korbleger durch Dan Oppland, bat Wölfe-Trainer Jovovic zur Auszeit (75:61). Wenig später gab es die nächste Auszeit, nachdem Andre Calvin im Fastbreak spektakulär zum 78:66 vollendete. Nürnberg wehrte sich als Team und jeder Spieler – egal ob auf dem Feld oder auf der Bank – leistete seinen Beitrag. Und so kamen die Falcons zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit durch einen Dreier von Sebastian Schröder tatsächlich wieder auf zehn Punkte heran (82:72) – ungläubige Blicke der Wölfe-Fans, Party-Stimmung im Nürnberger Block, geballte Fäuste auf der Falcons-Bank. Doch diesmal waren die Hausherren, mit der passenden zur Stelle. Marcus Hatten nahm von außen Maß und machte 1:20 vor dem Ende der Partie den Deckel drauf (85:74). Schlussendlich gewann der Favorit mit 89:74.

Ralph Junge brachte die Nürnberger Gefühlslage nach der Partie wie folgt auf den Punkt: „Glückwunsch an Weißenfels. Sie haben unsere Fehler bestraft, von denen uns zu viele unterlaufen sind. Unter dem Strich war hier dennoch deutlich mehr für uns drinnen. Letztlich hat nicht der MBC dieses Spiel gewonnen, sondern wir es verloren.“ Am kommenden Wochenende empfangen die Nürnberg Falcons die Kirchheim Knights im BBZ – der nächste Härtetest für das junge Team.

Punkteverteilung Nürnberg Falcons BC: Watkins 25 Pts., Oppland 17 Pts., Calvin 10 Pts., Schröder 5 Pts., Brooks & Zinn je 4 Pts., Haßfurter, Meredith & Sanders je 3 Pts.

Key-Stats Nürnberg Falcons BC: Offensiv-Rebounds 13 (+6), Defensiv-Rebounds 21 (-4), Assists 15 (-13), Steals 10 (-3), Turnover 23 (-7), Blocks 0 (-2), Fouls 15 (-2)

Ausführliche Stats zur Partie gibt es hier.