Nürnberg Falcons verkaufen sich teuer bei Niederlage in Tübingen

Nürnberg Falcons verkaufen sich teuer bei Niederlage in Tübingen

Nürnberg/Tübingen – Bittere Auswärtsniederlage für die Nürnberg Falcons am Samstagabend bei den Tigers Tübingen. Trotz einer Mini-Rotation blieben die Mittelfranken bis zum Schluss im Spiel, zeigten viel Herz und hatten in den letzten Minuten sogar die Chance, die Partie für sich zu entscheiden. Am Ende hatten jedoch die Gastgeber das Glück auf ihrer Seite und konnten sich mit 93:88 (52:50) durchsetzen. Für Nürnberg geht es bereits am Dienstag weiter mit einem Gastspiel in Ehingen. 

Mit einem veränderten Trainer-Team, einem noch nicht spielberechtigten Neuzugang und einem 7 Mann-Kader, machten sich die Nürnberg Falcons am Samstag auf den Weg nach Baden-Württemberg. Begleitet wurde der Tabellenvierte der BARMER 2. Basketball Bundesliga von einem Doppeldecker der Firma Arzt Reisen, voll mit Nürnberger Schlachtenbummlern. Für Ralph Junge war das Spiel bei den Tigers sein Comeback als Head Coach und ihm zur Seite stand mit Derrick Taylor erstmals sein neuer Co-Trainer, der bei den Falcons auch als Jugendkoordinator und Individual-Coach tätig sein soll. Zum Tip-off schickte Junge das Quintett Wilson, Feuerpfeil, Haukohl, Sanders und Maier auf das Parkett. Tübingen begann sehr druckvoll und treffsicher und konnte vor allem von außen punkten. Die Falcons hielten als Team dagegen, spielten sehr variabel und blieben über weite Strecken des ersten Viertels in Schlagdistanz. Das änderte sich jedoch in der Schlussphase, in der die Tigers von mehreren Fehlern der Franken profitierten und auf 32:22 davonziehen konnten. 

Nürnberg Falcons bleiben dran

Im zweiten Viertel schickten sich die Gäste an, den Rückstand wieder in den einstelligen Bereich zu drücken, was ihnen früh gelang. Eine gute Defense, starke Offensiv-Aktionen von Moritz Sanders, Stephan Haukohl sowie ein nicht zu haltender Duane Wilson, sorgten für Staunen auf der Tribüne und einen 50:52-Halbzeitstand. Nürnberg war wieder im Geschäft, musste nach dem Seitenwechsel aber zunehmend der kurzen Rotation Tribut zollen. Immer wieder kam man einen Schritt zu spät, dazu gesellten sich Ungenauigkeiten im Pass-Spiel, was die Gastgeber eiskalt ausnutzten. Doch egal was Tübingen tat, die Falcons gaben nicht auf und ließen sich auch vom 72:66-Zwischenstand nach 30 Minuten nicht entmutigen. Es waren ja noch mindestens zehn Minuten zu spielen – und diese hatten es in sich. 

Falken erkämpfen Führung – Tiger beißen zurück

Den ersten „Punch“ konnten die Tigers setzen und das Schlussviertel mit einem 7:0-Lauf beginnen (79:66). Ralph Junge konnte nicht zufrieden sein, überließ es aber vorerst seiner Mannschaft selbst, sich aus dieser schwierigen Situation zu befreien – mit Erfolg. Nürnberg kam wieder ran (84:75) und nun sah Junge den richtigen Zeitpunkt für eine Auszeit gekommen, um seine Spieler taktisch und moralisch auf die Crunch-Time einzuschwören. Erneut zeigte sich hier seine jahrelange Erfahrung und sein Gespür für Spielsituationen und Läufe. Die Falcons konnten zweimal schnell scoren und Manuel Feuerpfeil traf völlig frei von außen zum 84:82. Auszeit Tübingen. Doug Spradley hatte Redebedarf, jedoch schon eine Idee auf dem Taktik-Brett, wie man den Run der Falcons stoppen und das Momentum wieder auf die eigene Seite ziehen könnte. Seine Spieler scheiterten aber bei der Ausführung, der Ball war bei Nürnberg und William Lee versenkte ihn von außen im Tübinger Korb (84:85) – Führung Nürnberg! Die Überraschung lag in der Luft, doch nun waren es die Falcons, die mit der eigenen Ausführung scheiterten, nämlich in der Defense. Erst erzielte Diante Baldwin das 86:85 per Layup, dann passte der US-Amerikaner sehenswert auf Enosch Wolf (88:85). Auszeit Nürnberg. Es war die Chance zum Ausgleich, doch Nürnberg verlor den Ball und letztlich auch das Spiel (93:88). Zum ersten Mal in dieser Saison gab es somit zwei Niederlagen in Serie. Die ausführlichen Stats gibt es hier.

Nächster Halt Ehingen

„In Anbetracht unserer personellen Situation haben wir das heute sehr ordentlich gemacht. Wir spielen aktuell ohne Point Guard, Tübingen holt sieben Offensiv-Rebounds mehr als wir, wir erlauben uns sechs Turnover mehr als sie, dennoch ist es am Ende ein One-Posession-Game. Wir hoffen jetzt, dass Justin bald seine Arbeitserlaubnis hat und sich unser Lazarett lichtet. Glückwunsch an Tübingen“, so Ralph Junge nach dem Spiel. Schon am Dienstag geht es für die Falcons weiter, wenn sie beim TEAM EHINGEN URSPRING antreten, das zeitgleich in Kirchheim verlor. Tip-off ist um 19.00 Uhr. 

Punkteverteilung Nürnberg Falcons: Wilson 26 Pts., Sanders & Haukohl je 15 Pts., Lee & Maier je 11 Pts., Schröder & Feuerpfeil je 5 Pts.

Key-Stats Nürnberg Falcons: Offensiv-Rebounds 4 (-7), Defensiv-Rebounds 29 (+4), Assists 17 (-12), Steals 3 (-4), Turnover 13 (+6), Blocks 6 (+4), Fouls 18 (+1)