Nürnberg Falcons schocken Jena, holen siebten Heimsieg 

Nürnberg Falcons schocken Jena, holen siebten Heimsieg 

Nürnberg – Versöhnlicher Jahres- und Hinrundenabschluss für die Nürnberg Falcons. Am 17. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga bezwangen die Mittelfranken BBL-Absteiger Science City Jena überraschend deutlich mit 87:69 (43:37). Vor über 1100 Zuschauern am Airport Nürnberg zeigte sich die Mannschaft von Ralph Junge stark verbessert im Vergleich zu den letzten Partien und überzeugte in Sachen Einsatz, Moral und Siegeswillen. Schon in einer Woche treffen beide Teams in Jena erneut aufeinander.

Die Nürnberg Falcons verabschieden sich mit einem Sieg vom alten Jahr. Dass dieser gerade gegen die favorisierte Mannschaft aus Jena zu Stande kam, mag überraschen, passt aber zum ereignis- und nicht weniger erfolgreichen Kalenderjahr 2019. Nach zuletzt zwei deutlichen Niederlagen wollten sich die Mannen von Head Coach Ralph Junge gegen den Tabellendritten der ProA besser präsentieren und ließen den Worten vom Tip-off an Taten folgen. Angeführt vom starken deutschen Trio Maier-Haukohl-Sanders, legten die Hausherren früh einen 6:0-Lauf auf das Parkett. Jena schien überrascht, gab in Person von Brad Loesing jedoch alsbald ein erstes Lebenszeichen von sich (6:3). Nürnberg brachte das aber nicht aus dem Konzept – im Gegenteil: Nach der 14:6-Führung durch Moritz Sanders, traf Kapitän Basti Schröder von außen zum 17:8, gefolgt von einem weiteren Distanzwurf nur eine Minute später (20:12). Die Fans hielt es schon jetzt nicht mehr auf den Sitzen, woran auch der 24:21-Anschluss durch Julius Wolf nichts änderte – zumal Jonathan Maier kurz darauf nach einem Block an Oliver Mackeldanz auf 26:21 stellte. 

Duane Wilson noch kein Faktor 

Im zweiten Viertel sanken Tempo und Niveau auf dem Spielfeld etwas ab. Die Intensität blieb aber weiter hoch und auch die Stimmung auf den Rängen war nach wie vor überragend. Jenas Defense hielt Duane Wilson indessen weiterhin bei null Punkten, so dass andere Spieler in die Bresche springen mussten. Matthew Meredith erzielte in diesem Durchgang vier wichtige Zähler, Moritz Sanders rackerte unter den Körben und so konnten die Falcons ihre Führung weiter verteidigen. Jeder Run der Gäste fand schnell ein Ende und Nürnberg lag zur Pause mit 43:37 in Front. Wie würde der BBL-Absteiger nach dem Seitenwechsel auf diese Halbzeit reagieren? 

Nürnberg Falcons bleiben vorne

Die ersten Punkte nach Wiederanpfiff gingen gleich mal auf das Konto der Gäste (43:39), im Gegenzug trug sich dann aber Duane Wilson für Nürnberg endlich in die Scorer-Liste ein und markierte das 45:39. Es war ein rasantes Baksetball-Spiel, bei dem Jena scheinbar die „lauteren Körbe“ für sich verbuchen, nicht jedoch die zwischenzeitliche Führung (51:54) verteidigen konnten. Das mag auch daran gelegen haben, dass man zu früh mit der Kür begann, für die Galerie zu spielen und den ein oder anderen Fastbreak mit Alley-Oop abzuschließen versuchte – was mehrfach misslang. Die Falcons nutzten das, glichen aus und erspielten sich dank eines 9:2-Laufs eine 61:57-Führung nach 30 Spielminuten. 

Haukohl mit dem Dagger 

Der Schlussabschnitt stand an, in dem die Falcons (Achtung: Spoiler-Alarm) eine ihrer besten Saisonleistungen zeigten und die richtige Reaktion auf zwei zuletzt enttäuschende Spiele zeigten. Früh konnte der ProA-Vizemeister dem Team aus Thüringen den Zahn ziehen und sich durch einen famosen 13:0-Lauf vorentscheidend absetzen (76:59). Jena versuchte noch einmal alles, spätestens aber als Duane Wilson auf den völlig freien Stephan Haukohl passte und dieser von außen das 84:64 markierte, bestand am Nürnberger Heimsieg kein Zweifel mehr. Haukohl bedankte sich artig beim Passgeber und den Fans, die schlussendlich ein verdientes und so nicht zu erwartendes 87:69 der Nürnberg Falcons gegen Science City Jena bejubeln durften. Ein Big Point und ein Ausrufezeichen hinter ein bewegtes Jahr für den Nürnberger Profi-Basketball. 

Zufriedene Gesichter bei den Nürnberg Falcons 

Ralph Junge fand auf der anschließenden Pressekonferenz gemeinsam mit Gäste-Trainer Frank Menz und Live-Stream Kommentator Reinhard Wörlein folgende Worte für den zehnten Saisonsieg: „Wir haben nach dem Spiel in Chemnitz in der vergangenen Woche bewusst etwas Druck aufgebaut und die Mannschaft ist gut damit umgegangen. Mit der Hinrunde können wir sehr zufrieden sein. In der Rückrunde wird es darum gehen, dass wir noch besser zueinander finden und die Spieler, die später in die Saison gestartet sind, in ihren Rhythmus kommen.“ Die Nürnberg Falcons starten am kommenden Samstag, den 4. Januar 2019 bei Science City Jena in das Kalenderjahr 2020. Die Hinrunde beenden die Mittelfranken mit zehn Siegen und sechs Niederlagen auf Tabellenplatz 5. Die ausführlichen Stats zum Spiel gibt es hier.

Punkteverteilung Nürnberg Falcons: Sanders 21 Pts., Wilson 16 Pts., Schröder 15 Pts., Maier 14 Pts., Haukohl 8 Pts., Lee 6 Pts., Meredith 4 Pts., Daubner 3 Pts., Feuerpfeil 0 Pts., Ngan & Jenifer DNP

Key-Stats Nürnberg Falcons: Offensiv-Rebounds 14 (+2), Defensiv-Rebounds 27 (+2), Assists 20 (+6), Steals 10 (+4), Turnover 17 (-3), Blocks 3 (+1), Fouls 24 (+3)

(Foto by Sportfoto Zink)