Punktabzug für die Nürnberg Falcons

Punktabzug für die Nürnberg Falcons

Nürnberg/Köln – Schlechte Nachrichten für die Nürnberg Falcons zum Jahresbeginn. Die Geschäftsführung der 2. Basketball-Bundesliga GmbH hat die Verantwortlichen des ProA-Ligisten Anfang der Woche darüber informiert, dass ihm in der laufenden Spielzeit vier Wertungspunkte abgezogen werden sollen. Grund dafür seien Verstöße gegen das Lizenzstatut, die sich in einem zu geringen Jahresüberschuss 2018/2019 widerspiegelten. Man prüft in Nürnberg nun, gegen diese Entscheidung Protest einzulegen. 

Ein aufregendes Kalenderjahr und eine unglaubliche Achterbahnfahrt in der Spielzeit 2018/2019 liegen hinter den Nürnberg Falcons. Nach der Schließung der Spielhalle BBZ im September 2018 und dem damit verbundenen, aufwändigen Umzug in den Eventpalast, spielten die Mittelfranken eine denkwürdige Rückrunde und grandiose Playoffs an deren Ende der sportliche Aufstieg in die easyCredit BBL stand. Was dann folgte waren ein Sommer voller Ungewissheit, ein zähes Ringen um die Erstliga-Teilnahme und ein langwieriger, teurer Rechtsstreit mit der BBL an dessen Ende  Anfang Juli die Nichterteilung der Lizenz stand. Ein kostspieliges Abenteuer für die Falken, das jetzt noch erheblich teurer werden dürfte. Die Geschäftsführung der 2. Basketball Bundesliga GmbH zieht dem Tabellensechsten der ProA im laufenden Spielbetrieb vier Punkte ab als Strafe für zu große Abweichungen von den Planzahlen im Finanzplan. 

Quittung für den Sommer und die Saison 2018/2019 

„Die Entscheidung der Liga ist eine herber Rückschlag für uns und insbesondere nach den Ereignissen des letzten Jahres extrem hart. Ich möchte mich vor allem bei unseren Spielern entschuldigen, da sie nun für etwas bestraft werden, worauf sie keinen Einfluss hatten und wofür sie auch nicht verantwortlich sind. Dies gilt auch für all unsere treuen Partner und Fans“, so Falcons-Geschäftsführer Ralph Junge. Wie mehrfach dargelegt, entstanden den Mittelfranken durch die Ereignisse und Konstellationen der vergangenen Spielzeit deutlich höhere, unkalkulierbare Kosten. Zugleich war die Sponsorenakquise aufgrund der Unsicherheit über den Fortbestand des Spielbetriebs nach dem Verlust der Spielhalle sowie im Sommer nach dem sportlichen Aufstieg, insbesondere aber aufgrund der Ungewissheit über die Ligazugehörigkeit, deutlich erschwert. Die Planungen nach dem negativen BBL-Entscheid, konnten den Jahresabschluss zum 30. Juni 2019 nicht mehr positiv beeinflussen. 

Falcons prüfen Einspruch

Die Ausführungen der Liga zur Entscheidung geben zwar klaren Spielraum für eine Berufung, die negativen Erfahrungen mit den Gremien der Liga aus dem vergangenen Sommer sind jedoch noch sehr präsent. Aktuell prüfen die Verantwortlichen der Falcons gemeinsam mit Steuerberater und Anwalt die Sinnhaftigkeit eines Einspruchs. Durch den Abzug von vier Wertungspunkten würden die Mittelfranken den 6. Tabellenplatz verlieren und ihre Chancen auf eine Playoff-Teilnahme in große Gefahr geraten. Am kommenden Wochenende spielen die Nürnberg Falcons daheim gegen Karlsruhe und auswärts in Bremerhaven. Mehr Informationen zum geplanten Punktabzug sind auf der Homepage der BARMER 2. Basketball Bundesliga zu finden. 

(Foto by Sportfoto Zink)